LEITFADEN FÜR DIE BETREUUNG VON SICHELZELLPATIENTEN


Internet Neufassung herausgegeben Juli 2010 vom Sichelzell-Informationszentrum für Deutschland
 

Dr. Roswitha Dickerhoff
Klinik für Kinder-Onkologie,-Hämatologie und Klin. Immunologie
Universität Düsseldorf
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf
Tel. 0211-81-18590
Fax 0211-81-16206

E-mail:  Roswitha.Dickerhoff(at)med.uni-duesseldorf.de
Prof. Dr.Dr. Alexander von Ruecker
Schwerpunkt Hämatopathologie
Institut für Pathologie 
Universitätsklinikum Bonn 
Sigmund-Freud-Strasse 25 
D-53105 Bonn

Schwerpunkt Diagnostik:
Prof. Dr.med. E. Kohne
Universitäts-Kinderklinik
Eythstrasse 24
D-89070 Ulm
Tel. 0731-500-57149
Fax. 0731-500-57103

Bemerkung: die Bezeichnung (at) wurde statt @ verwendet um Spam zu unterdrücken !

Für diese Empfehlungen verwertet wurden eigene Erfahrungen sowie Erfahrungen englischer, französicher und amerikanischer Kollegen an großen Zentren.

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Inhaltsverzeichnis

Akutes Thorax-Syndrom
Analgetika
Aplastische Krise
Chirurgische Eingriffe
Cholezystitis
Chronische Schmerzen
Erwachsenen-Probleme
Fieber
Gallensteine
Girdle Syndrom
Hämaturie
Hüftkopfnekrose
Hydroxyurea
Hyperurikämie
Hypersplenismus
Hyposthenurie
Knochenmarktransplantation
Kontrazeption
Lebersequestration
Milzsequestration
Ophthalmologische Probleme
Osteomyelitis
Pränatale Diagnostik
Priapismus
Proteinurie
Pubertät
Routinebetreuung
Schmerzkrisen
Schwangerschaft
Transfusionen
ZNS-Infarkt
ZNS-Blutung

Literatur


Vorwort

Die Sichelzellanämie ist eine erbliche Hämoglobinerkrankung, die zu rezidivierenden Gefäßverschlüssen, erhöhter Infektanfälligkeit und chronischer hämolytischer Anämie führt. Betroffen sind Individuen aus dem Mittelmeerraum, dem Vorderen Orient, Asien, Afrika. Die Erkrankung kann nur durch die Knochenmarktransplantation, nicht aber medikamentös geheilt werden. Durch Prophylaxe und gezielte Behandlung der vielfältigen Organmanifestationen kann den Patienten jedoch erheblich geholfen werden. Dieser Leitfaden soll dem betreuenden Arzt die wichtigsten Schritte beim Management der häufigsten klinischen Probleme von Sichelzellpatienten aufzeigen.
 


»Routinebetreuung

     Klinische Untersuchung (Lebensalter)
Routine-Ambulanzbesuche sind u.a. wichtig, um den Patienten auch in gutem Zustand zu sehen. Dies erleichtert die Beurteilung des Patienten in der Schmerzkrise und ermöglicht eine bessere Einschätzung der Schmerzintensität.

Alle Patienten mit Sichelzellerkrankung sollten im Besitze eines Ausweises sein mit genauer Angabe der Hämoglobinanomalie, dem Datum und Ort der Diagnosestellung. Da Sichelzellpatienten oft verschiedene Ärzte sehen, können auf diese Art überflüssige Doppelbestimmungen der Hb-Elektrophorese vermieden werden.

Labor; Spezielle Untersuchungen

  • Blutbild, Retis, Hb-Analyse, Leber-und Nierenwerte, Blutgruppe mit Untergruppen (Rhesus, Kell), Familienuntersuchung und genetische Beratung
  •  1. Besuch
  • Blutbild, Retis
  • bei jedem Ambulanzbesuch
  • Leber-und Nierenwerte, Urinstatus 
  • jährlich
  • US Abdomem
  • jährlich ab 5.Lebensjahr
  • EKG, Herz-Echo, Thorax-Röntgen, Augenarzt
  • jährl. ab 10.Lebensjahr

Impfungen

  • DPT, Polio, HIB, MMR, Hepatitis
  • Influenza-Impfung ab 6. Lebensmonat
  • Standard-Impfplan
  • jährlich
  • Konjug. Pneumokokken-Impfstoff (Prevenar 13)
    • ab 2. Lebensmonat
  • Pneumovax
    • 2.Geburtstag, 
    • Booster nach 3-5 Jahren

    Ungeimpfte Sichelzellpatienten, die zwischen dem 2.-5. Lebensjahr diagnostiziert werden, sollen zwei Prevenar 13 Impfungen im Abstand von 2 Monaten erhalten, gefolgt 2 Monate später von der ersten Pneumovax-Impfung. Es wird z. Z. diskutiert, alle neu diagnostizierten Kinder mit Sichelzellkrankheit, die jünger als 10 Jahre sind, erst mit Prevenar, dann mit Pneumovax zu impfen, da der konjugierte Impfstoff eine wesentlich bessere Immunantwort auslöst als Pneumovax.
    Kinder > 2 J und < 5 J, die bereits eine Pneumovax Impfung haben, aber noch nie Prevenar bekommen haben, sollen 2 x im Abstand von 2 Monaten zusätzlich Prevenar 13 geimpft werden (CDC-Empfehlung).


    Penizillin - Prophylaxe
    (mindestens bis 5. Lebensjahr):

    • 2 x 125 000 I.E./die
    • ab 3. Lebensmonat
    • 2 x 250 000 I.E./die 
    • ab 3. Lebensjahr
    • 2 x 500 000 I.E./die
    • ab 10.Lebensjahr

    Folsäure-Substitution  (0,5-1mg/d) ist nicht notwendig bei normaler ausgewogener Diät. Der Nutzen hoher Folsäuredosen zur evtl. Senkung des bei Sichelzellpatienten erhöhten Homozysteinspiegel ist noch unklar und bedarf weiterer Studien.
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    »Schmerzkrisen
    Grundprinzipien der Therapie: 1. Hydrierung
    Wenn möglich (bei leichten Schmerzen, solange Darmgeräusche vorhanden) oral bzw. über Magensonde.
    Bei starken Schmerzen, fehlenden Darmgeräuschen intravenös.
    Wieviel?     Gesamtflüssigkeit maximal 1 - 1 1/2 x Erhaltungsbedarf  (bei pulmonaler Symptomatik bzw. Akutem Thoraxsyndrom cave Überwässerung: nie                             mehr als Erhaltungsbedarf geben)
    Was?          5% Glukose + 50 mMol Na+/l + Erhaltungsbedarf an KCl
    Kontrollen:  Elektrolyte, Gewicht täglich, Ausscheidung

    »2. Analgetika

    Angst vor Drogenabhängigkeit und Zweifel an der Stärke der geklagten Schmerzen dürfen nicht verhindern, daß ausreichend starke Analgetika, z.B. Opiate, gegeben werden. Evtl. Drogenabhängigkeit bei Sichelzellpatienten ist nicht Folge von Morphin-Gaben zur Analgesie, sondern resultiert aus psychosozialen oder beruflichen Schwierigkeiten.
    Bei stationärer Aufnahme wegen einer Schmerzkrise soll angestrebt werden, daß der Patienten nach Ablauf einer Stunde weitgehend schmerzfrei ist. Die Erfahrung, daß die Schmerzen beherrschbar sind, ist für den Patienten ungemein wichtig und vermindert die Angst, die schmerzpotenzierend ist.
    Prinzipien der Analgetikagabe in der Schmerzkrise
      1. DEM PATIENTEN DIE SCHMERZEN GLAUBEN
      2. ausreichend starkes Mittel
      3. ausreichend hoch dosieren
      4. ausreichend oft geben in festen Intervallen
      5. ausreichend lange geben
      6. bei Besserung Reduktion der Einzeldosis, nicht Änderung der Zeitintervalle
      7. nach mehrtägiger Morphiumgabe langsame Dosisreduktion (evtl. mit Retardpräparat Oxygesic oder MST wenn Patienten nach Hause gehen wollen)
    Die meisten Schmerzkrisen gehen mit Temperaturanstieg und einer CRP-Erhöhung einher auf grund einer Interleukin-1-Ausschüttung. Patienten, die älter sind als 5 Jahre, und die keine lokalen Entzündungszeichen haben, brauchen bei Schmerzkrisen mit Fieber und fehlendem klin. Hinweis auf Infektion nicht antibiotisch behandelt werden.
     
    Analgetika, die sich bei Schmerzkrisen bewährt haben
    A. leichte Schmerzen
     
    Max. Dosis mg
    Applikation
    Intervall
    1. Paracetamol
    15-20 mg / kg / Dosis
    p.o.
    alle 4 h
    2. Novalgin
    15-20 mg / kg / Dosis
    p.o.
    alle 4 h
    3. Ibuprofen
    10 mg / kg / Dosis
    p.o.
    alle 8 h

    B. mäßig schwere Schmerzen
    eines der unter A genannten Analgetika
    plus

     
     Max. Dosis mg
     Applikation
    Intervall
    Tramadol
    1 - 2 mg / kg / Dosis 
    p.o.
    alle 4 - 6 h

    C. schwere Schmerzen
    eines der unter A genannten Analgetika
    plus

     
     Max. Dosis mg
    Applikation
    Intervall
    Morphin 
    0,1 - 0,15 mg / kg / Dosis
    evtl. Dauerinfusion Morphin
    (0,05 mg/kg/h) oder PCA
    (Patienten-kontrollierte Analgesie)
    i.v.
    alle 1-2 h

    Unter IV-Gabe von Opiaten muß eine Hypoventilation vermieden werden. Geeignete Maßnahmen sind ATEMGYMNASTIK bzw. Blähen der Lunge mit SPIROMETER alle 2-3 Stunden. Bei Thoraxschmerzen und/oder sonstige pulmonaler Symptomatik darf die Gesamt-Flüssigkeitsmenge den Erhaltungsbedarf ( = 1,5 l / m2) nie übersteigen: Gefahr des Lungenödems

    Wenn Schmerzen abnehmen, parenterale Dosis um 10-20% reduzieren, Zeit-Intervall aber beibehalten. Umsetzen auf orale Analgetika, wenn 50% der initialen parenteralen Dosis erreicht ist. Morphin nicht abrupt absetzen, sondern ausschleichen. Wenn Patienten sehr schnell die Klinik verlassen wollen, noch einige Tage Oxygesic (Retard-Codein) oder MST (orales Morphin-Retardpräparat)
     

    3. Therapie auslösender Faktoren
    Bei jeder Schmerzkrise, vor allem, wenn sie mit Fieber einhergeht, muß eine Infektion (Abdomen, Harnwege, Lunge, Skelettsystem) gesucht und dann gezielt behandelt werden.
    4. Prävention
    Schmerzkrisen können ausgelöst werden durch Ereignisse wie Infektionen, Unterkühlung, Dehydrierung, Alkohol. Patienten müssen informiert werden über ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei hohen Aussentemperaturen, Fieber, körperlicher Anstrengung mit Schwitzen, Flugreisen (extrem trockenen Luft im Flugzeug!!) sowie über Vermeiden von Unterkühlung und großen Alkoholmengen.  Patienten mit Sichelzellkrankheit SC haben häufig relativ hohe Hb-Werte (10 - 12 g/dl). Vor einer Flugreise muß bei Patienten, deren Hb höher als 11,5 g/dl ist, ein Aderlass durchgeführt werden (10-15 ml /kg Körpergewicht Blut entfernen bei gleichzeitiger Gabe von 0,9% NaCl in gleicher Menge) um den Hb-Spiegel zu senken. Die hohe Viskosität des Blutes dieser Patienten kann sonst durch die trockene Luft im Fluzeug so verstärkt werden, dass es zu schweren Schmerzkrisen während oder nach dem Flug kommt.

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    »Osteomyelitis / Septische Arthritis

    Wenn bei febrilen Patienten Knochen-bzw. Gelenkschmerzen und Schwellung über den schmerzenden Partien mehr als 5 Tage anhalten, muß eine Osteomyelitis / eitrige Arthritis ausgeschlossen werden: Blut-und Stuhlkulturen (Salmonellen!), Ultraschall der betroffenen Stelle: subperiostaler Erguss > 6 mm spricht für Osteomyelitis. Erguß punktieren für Bakteriologie, evtl.  Gelenkaspiration. Es gibt kein  bildgebendes oder nuklearmedizinisches Verfahren das in der Lage ist, zwischen Infarkt und Osteomyelitis zu differenzieren! MR bzw. Knochenszinti kann nicht zwischen Infarkt und Osteomyelitis unterscheiden.

    Differentialdiagnostisch sehr wichtig ist die Schmerzqualität. Patienten mit Osteomyelitis /Arthritis, die älter als 6 Jahre sind können angeben, dass diese Schmerzen "anders" sind als bei Schmerzkrisen.

    Therapie mit Antibiotika, die wirksam sind gegen Salmonellen, Staphylokokken,  Streptokokken, H. influenzae.
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    »Fieber

    Alle Sichelzellpatienten, die anhaltendes Fieber >38,5°C haben (zwei Messungen im Abstand von 1 Stunde) ohne klin. Zeichen einer Infektion (Luftwege, GI, ) müssen untersucht werden. Auch erwachsene Sichelzellpatienten haben ein erhöhtes Sepsis-Risiko. Sichelzellpatienten, die ambulant antibiotisch behandelt werden, müssen täglich gesehen werden.

    Patienten < 5 Jahre: Patienten > 5 Jahre: Untersuchungen:
    Labor: je nach Klinik: bei Vd. auf Osteomyelitis:
    Antibiotika: müssen wirksam sein gegen S.pneumoniae und H.influenzae und evtl. gegen Salmonellen (Cefriaxone, Ciprofloxacin)
    Bei Fieber unklarer Ursache: alle Kinder < 5 Jahre, auch bei gutem AZ, und alle Patienten > 5 Jahre die krank wirken Bei Meningitis vor Erreger-Identifizierung: Bei Verdacht auf Osteomyelitis: Bei abdomineller Symptomatik: Cave:     Salmonellensepsis bei Sichelzellpatienten geht mit einer Mortalität von ca. 25% einher. Häufig Multiorganversagen.
                    !  Frühzeitige Austauschtransfusion indiziert  !

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    »Transfusionen

    Transfusionen bzw. partielle Austauschtransfusionen sind bei Sichelzellpatienten nur in aussergewöhnlichen Situationen indiziert, um entweder den akut abgefallenen Hämoglobinspiegel zu heben oder akut oder über längere Zeit den Anteil an HbS zu senken. Indikationen und Art der Transfusion sind aus der Tabelle 1 ersichtlich. Bei Individuen mit Sichelzell-ßThalassämie besteht keinerlei Indikation für ein chronisches Transfusionsprogramm wie bei der Thalassämia major, da es bei dieser doppelt heterozygoten Erkrankung nicht zu einer klinisch relevanten ineffektiven Erythropoese kommt.

    Hauptindikationen für Transfusionen bzw. partielle Austauschtransfusion

    Art der 
    Transfusion
    Indikationen: Transfusion meistens notwendig Indikationen: Transfusion manchmal notwendig
    einmalige T.
    • Aplastische Krise
    • Milzsequestration
    • Akutes Thorax-Syndrom
    • Lebersequestration
    • Blutung (Hämaturie, Gastrointestinal Trakt, Gynäkologie)
    • gesteigerte Hämolyse
    Austausch-T.
    • ZNS-Infarkt/Blutung
    • schwere Infektionen 
    • Multiorganversagen
    • akute Probleme in derSchwangerschaft
    • vor größeren chir.Eingriffen
    • Thorax-Syndrom
    • Girdle-Syndrom
    chronische T.
    • nach ZNS-Ereignis
    • chronische renale, pulm. oder kardiale Probleme
    • schwerste, durch starke Analgetika nicht zu beeinflussende Schmerzkrisen

    Technik des partiellen Austausches:(Änderung der EK-Menge bedingt durch Ersatz der CPDA-Präparate durch SAGM-Präparate, die niedrigeren HCT haben).
    75% des Blutvolumens des Patienten ( d. h. 75 ml / kg KG x 0,75) wird entfernt und mit der gleichen Menge Ery-Konzentrat + physiologische Na Cl ( im Verhältnis 2 : 1) ersetzt.  Beispiel: für den partiellen Austausch eines 30 kg schweren Patienten müssen 1700 ml Blut entfernt und mit 1130 ml Ery-Konzentrat + 570 ml physiologischer Kochsalzlösung ersetzt werden. Es ist nicht notwendig, FFP zu verwenden. Der Austausch kann entweder über einen zentralen Katheter oder über zwei großlumige periphere Katheter, einer in jeder Ellenbeuge, durchgeführt werden. Die Dauer des Austausches sollte 2  ½  Stunden nicht überschreiten. Um eine HbS-Konzentration von < 30% zu erreichen, kann es notwendig sein, den partiellen Austausch am nächsten Tag zu wiederholen.

    Technik  des "modifizierten partiellen Austausches", z. B. bei Akutem Thoraxsyndrom, um Transfusion effektiver zu machen, vor allem bei Ausgangs-Hämoglobin > 6 g/dl:


    Vorsichtsmaßnahmen bei chronischem Transfusionsprogramm:

    Cave Hyperviskositäts-Syndrom: Es muß dringend davor gewarnt werden, Sichelzellpatienten, die keine akuten Probleme haben, über den für sie "normalen" Hb-Wert (üblicherweise zwischen 6 - 8 g/dl) zu transfundieren lediglich in der Absicht, ihr Hämoglobin in einen normalen Bereich zu bringen. Durch Gefäßreaktionen kommt es zum sog. Hyperviscositäts-Syndrom, das gekennzeichnet ist durch arteriellen Hypertonus, Krampfanfälle, Hirnblutung und evtl. Tod
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    »Milzsequestration
    Vorkommen Klinik und Labor Therapie
    1. akut 2. nach akuter Episode Prophylaxe
    Eltern von Säuglingen und Kleinkindern mit Sichelzellerkrankung müssen das Palpieren der Milz lernen, bei jedem Wickeln anwenden und bei Tastbefund unter li Rippenbogen die Klinik aufsuchen.
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    »Leber-Sequestration
    Vorkommen Klinik Therapie
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    »Aplastische Krise
    Vorkommen Ursache Klinik Diagnose Therapie Verlauf
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    »Akutes Thorax-Syndrom (ATS)
    Ursache Alle diese auslösenden Ursachen können zu einer Gefäßreaktion führen, die vergleichbar ist mit einer Sequestrationskrise in anderen Organen: beim klassischen ATS sinken Hb und Thrombozyten rapide ab.
    Vorkommen Klinik und Diagnostik Therapie
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    »Girdle Syndrom (Paralytischer Ileus)
    Ursache Vorkommen Klinik und Diagnostik Therapie
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    »Gallensteine
    Vorkommen Therapie
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    »Cholezystitis «  Inhaltsverzeichnis


    »Hypersplenismus
    Vorkommen Therapie
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    »Hüftkopfnekrosen
    Häufigkeit: Bis zum 30. Lebensjahr haben 30 - 50% aller Sichelzellpatienten eine Aseptische Knochennekrose erlitten, meist am Hüftkopf, selten am Humeruskopf. Hüftkopfnekrosen können auch schon vor dem 10. Lebensjahr vorkommen.

    Risikofaktoren: Sichel-ß° Thalassämie; sehr häufige Schmerzkrisen; relativ hohes Hb und/oder niedriges MCV

    Diagnostik:  Röntgen bzw. MR (Nekrosen sichtbar wenn Rö noch unauffällig), jährliches Röntgen der Hüfte bei Erwachsenen

    Therapie: Es gibt keine einheitlichen Therapieempfehlungen für Sichelzellpatienten mit Hüftkopfnekrosen. Ziel jeder Therapie muß sein, Schmerzen zu vermindern und die Funktion möglichst lange zu erhalten. Folgende Verfahren werden angewendet:

    Die Endoprothese ist mit Sicherheit die schlechteste Lösung, da die Komplikations-und Versagerrate bei Sichelzellpatienten sehr hoch ist. Sie sollte bei jüngeren Patienten unter allen Umständen vermieden werden.


    Es ist im Interesse unserer Patienten, die Betreuung einer so komplexen orthopädischen Komplikation wie es die Hüftkopfnekrose darstellt, in eine Hand zu geben.

    Prof. Dr. M. Rudert an der Orthopädischen Universitätsklinik Würzburg hat in den letzten Jahren Erfahrung gesammelt mit Sichelzellpatienten und sich bereiterklärt, unseren Patienten mit Hüftkopfnekrosen konsiliarisch zu Verfügung zu stehen bzw. sie zu betreuen. Termine können vereinbart werden unter der Tel-Nr. 0931-8031102(Sekretariat)
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    »Priapismus
    Vorkommen
    Männliche Patienten bzw. Eltern müssen frühzeitig informiert werden über die Möglichkeit des  Auftretens eines Priapismus. Werden kurze, rezidivierende Episoden von Priapismus (stuttering priapism) dem betreuenden Arzt nicht mitgeteilt, werden sie nicht behandelt. Das Risiko einer langandauernder Priapismus-Episode ist dann groß.
     
    Therapie bzw. Prophylaxe

    1. rezidivierende, kurze Episoden (sog. "stuttering priapism")

    Etilefrin (Effortil, alpha-adrenerger Agonist) wenn Episoden auch tags auftreten, Effortil auf 2 Dosen aufteilen, morgens und abends
    Effortildosis kann bis auf 100 mg/24 Stdn. gesteigert werden.
    2. Priapismus > 3 Stunden
    wenn keine Rückbildung unter Hydrierung, Wärme, Analgetika, Blasenkatheter wird von einigen Arbeitsgruppen folgendes empfohlen: bei rezidivierenden, langen Episoden
    Nach partiellen Austauschtransfusionen bei Priapismus wurden neurologische Komplikationen beschrieben. Wenn Effortil eingesetzt wird, sollten part. Austauschtransfusionen sich erübrigen.
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    »Schmerzlose Hämaturie
    Vorkommen Ursache Differentialdiagnose Diagnose Therapie
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    »Proteinurie

    Proteinurie kann das erste Anzeichen sein für eine sich entwickelnde Niereninsuffizienz. Bei Patienten > 6 Jahren jährlicher Urinstatus unerläßlich. Wenn Proteinurie nachgewiesen, muß Proteinausscheidung im 24 Std-Urin bestimmt werden. ACE- Hemmer bei Proteinurie > 0,5g/l kann evtl. Fortschreiten einer Niereninsuffizienz aufhalten.

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    »Hyposthenurie
    Vorkommen Therapie
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    »Hyperurikämie

    Fast alle Sichelzellpatienten > 10 Jahren haben erhöhte Harnsäurewerte im Serum, die jedoch keiner Therapie bedürfen. Es kommt extrem selten zu Gicht-Symptomatik.

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    »ZNS-Infarkte
    Vorkommen Klinik Diagnostik und Therapie
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    »ZNS-Blutungen
    Vorkommen Klinik Diagnostik und Therapie
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    »Ophthalmologische Probleme

    1. Proliferative Retinopathie

    Vorkommen Klinik Diagnostik Therapie
    2. Traumatisches Hyphäma
    Sichelzellpatienten mit traumatischem Hyphäma (Blut in der vorderen Augenkammer) müssen sofort einem Ophthalmologen vorgestellt werden, da sie ein hohes Risiko haben, gesteigerten Augeninnendruck zu entwickeln
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    »Chirurgische Eingriffe

    Folgendes Vorgehen wird heute empfohlen:
     

    Partielle Austauschtransfusion um das HbS auf < 30% zu senken:
    1. bei schwerkranken, beeinträchtigten Patienten, die einen unaufschiebbaren chirurgischen Eingriff benötigen
    2. vor größeren Eingriffen wie  Herz-oder Lungenoperation, Ophthalmologischen Operationen, Eingriffen in Blutleere.

    Bei Patienten in gutem Allgemeinzustand ist bei steady-state Hb - Werten um 7- 8 g/dl vor kleineren Eingriffen (AT, TE, Circumcision) keine Transfusion notwendig. Auch Splenektomie und Cholezystektomie, die häufigsten operativen Eingriffe bei Sichelzellpatienten, können bei Patienten in gutem AZ ohne vorherige Transfusion durchgeführt werden.
    Bei jeder Allgemeinnarkose bei Sichelzellpatienten ist auf folgendes zu achten:
    1. H y d r i e r u n g  mit 1500 ml / m² 24 Std. von Beginn der Nüchternheit bis zur vollen oralen Flüssigkeitszufuhr.
    2. O x y g e n i e r u n g  von Prämedikation bis zum vollen Wachsein, unter Oxymeterkontrolle.
    3. V e r m e i d e n   v o n   U n t e r k ü h l u n g
    4. Postoperative Atemgymnastik

    Bei größeren Eingriffen, vor allem bei Patienten mit Sichelzell-ßThalassämie und HbSC-Erkrankung, wird empfohlen, bis zur vollen Mobilisierung fraktioniertes Heparin s.c.zu geben.

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    »Pubertät

    ist verzögert, vor allem bei Knaben und untergewichtigen Patienten; verzögerte Pubertät hängt mit verminderter Muskelmasse bei Sichelzellpatienten zusammen.

    Therapie
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    »Kontrazeption

    Risiken einer Schwangerschaft sind größer als Risiken der Pille
    Es gibt keinen Nachweis, daß Sichelzellpatientinnen, die die Pille nehmen, ein größeres Thromboserisiko haben als Gesunde.

    Möglichkeiten der Kontrazeption:
    1. übliche Östrogen/Gestagen-Kombinationspräparate
    2. Depot-Präparat Medroxy-Progesteron I.M. alle 3 Monate
    3. Intrauterine Spirale (kein erhöhtes Infektionsrisiko!)
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    »Pränatale Diagnostik

    Eltern, die schon ein Kind mit Sichelzellerkrankung haben und weitere Kinder wünschen sowie Paare, die Träger der Sichelmutation bzw. der ß°-Thalassämie-Mutation sind, sollten frühzeitig über die Möglichkeit der Pränatalen Diagnostik informiert werden.

    Jedes Individuum hat ein Anrecht auf Information über das genetische Risiko, ein krankes Kind zu bekommen. Die persönliche Einstellung des betreuenden Arztes zur pränatalen Diagnostik bzw. zum Schwangerschaftsabbruch darf diese Informationspflicht nicht beeinträchtigen. Die Entscheidung für oder gegen pränatale Diagnostik ist eine Entscheidung der betroffenen Eltern und nicht des Arztes. Es ist nicht vertretbar  bei Familien bestimmter Religionszugehörigkeit (Islam, Katholizismus) von vorne herein davon auszugehen, dass die Pränatale Diagnostik sowieso nicht akzeptiert wird, es sich deshalb nicht lohnt, überhaupt darüber zu sprechen. Auf Zypern (griech. Orthodox, 19% ß-Thal Träger in der Bevölkerung) und Sardinien (katholisch, 15% ß-Thal Träger in der Bevölkerung) werden so gut wie keine Kinder mit Thalassämia Major mehr geboren, dank umfassendendem Träger-Screening und Information über die Pränatale Diagnostik. Auch der Islam verbietet den Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen nicht (siehe Literatur Zahed et al.)
    Um festzustellen, ob der Fet homozygot bzw. doppelt heterozygot (HbSß° Thal) oder gesund ist (HbAA, HbAS, oder ß° Träger) werden in der 10. - 12. Schwangerschaftswoche durch Chorionzottenbiopsie fetale Zellen gewonnen, die mit molekularbiologischen Methoden untersucht werden. Ist der Fet betroffen, steht den Eltern die Option des Schwangerschaftsabbruches offen. Ist der Fet lediglich Träger eines der Merkmale (HbS, ß° Thal) kann die Schwangerschaft ausgetragen werden ohne Angst vor der Geburt eines kranken Kindes. 
    Die Pränatale Diagnostik für Hämoglobinerkrankungen wird in Deutschland durchgeführt bei



    »Schwangerschaft

    Frauen mit Sichelzellanämie sind fertil, während die Fertilität bei Männern durch geringe Spermienzahlen und herabgesetzte Motilität vermindert ist.

    Der Partner der Schwangeren muß so früh wie möglich untersucht werden, ob er Träger einer Hämoglobinopathie ist, um pränatale Diagnostik durchführen zu können.

    Betreuung bei HbSS (homozygote Sichelzellanämie) , HbSß° (Sichel-Thalassämie) oder HbSC.Krankheit
    Sorgfältige und regelmäßige pränatale Betreuung ist wesentlich für den günstigen Verlauf der Schwangerschaft. Regelmäßige Transfusionen während der Schwangerschaft vermindern die Morbidität der Mutter, haben aber keinerlei positive Auswirkung auf das Kind.

    Regelmäßige Transfusionen sind indiziert ab dem 4. Monat bei Patientinnen, die in der Vorgeschichte schwere Komplikationen hatten (Thoraxsyndrom, ZNS-Infarkte, schwere Schmerzkrisen)

    Einzelne Transfusionen können indiziert sein bei interkurrenten Komplikationen wie Akutem Thorax-Syndrom, symptomatischer Anämie.

    Bei Schmerzkrisen in der Schwangerschaft können die üblichen Analgetika nach dem 3-Stufen-Plan verabreicht werden, auch Morphium. Ausnahme: im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten keine NSAR gegeben werden, da sie eine Frühgeburt auslösen können. Eine prompte Behandlung von Harnwegsinfekten ist wichtig.
    Schwangere mit HbSC-Erkrankung oder HbSß+ Thal haben meist keine wesentlichen Probleme und benötigen nur sehr selten Transfusionen.

    Die Entbindung kann meist vaginal erfolgen. Die Indikation zur Sectio wird auf Grund geburtshilflicher, nicht hämatologischer Kriterien gestellt. Epidurale Anästhesie ist nicht kontraindiziert. Ist eine Notsectio bei einer nichttransfundierten Patientin in Allgemein-Anästhesie notwendig, kann folgendermaßen vorgegangen werden: Transfusion bei sehr niedrigem Hb. Im Anschluß an die Narkose nasales CPAP für ca. 24 Stunden. Bei guter O2 Sättigung in Raumluft und gutem AZ Beendigung von CPAP.
    Von einigen Autoren wird empfohlen, von der 36. Woche bis 6 Wochen nach der Entbindung Heparin s.c. zu geben, 2 x täglich 5000 I.U .
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    »Knochenmarktransplantation-Stammzelltransplantation

    Die Stammzelltransplantation (SZT) ist die einzige Möglichkeit der Heilung für Sichelzellpatienten. Weltweit sind bis Dez. 2009 ca. 250 Transplantationen bei dieser Patientengruppe durchgeführt worden, fast ausschließlich bei Patienten < 16 Jahren und fast ausnahmslos von HLA-identischen Familienspendern. Die Mortalität war bislang 15%, die Abstoßungsrate 10%.

    Die Hauptschwierigkeit bei der Indikationsstellung ergibt sich aus der Tatsache, daß es sich zwar um eine Erkrankung mit möglichen lebensbedrohlichen Komplikationen handelt, daß aber der individuelle Verlauf der Erkrankung nicht vorhersehbar ist.

    Eine klare Indikation zur SZT ist: ein durchgemachter ZNS-Infarkt bei einem Patienten < 16 Jahren, wenn ein HLA-identischer Familienspender vorhanden ist;
    Gehäufte schwere Schmerzkrisen und/oder > 2 schwere Akute Thorax-Syndrome bei Patienten, die keine Besserung erfahren durch Hydroxyurea und die einen HLA-identischen Familienspender haben. Inzwischen gibt es eine nonmyeloablative Konditionierung für Erwachsene, die einen HLA-identischen Familienspender haben. 

    Wenn eine SZT bei einem der Studienpatienten in Betracht gezogen wird, sollte mit der Studienleitung Kontakt aufgenommen werden. Fremdspender-Transplantationen bei Sichelzellpatienten sind experimentell und hatten bislang sehr schlechte Ergebnisse. In USA läuft seit 2008 eine NIH-Studie zur Fremdspendertransplantation bei Kindern.
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    »Hydroxycarbamid

    Hydroxycarbamid, ein Zytostatikum, kann bei Sichelzellpatienten über eine HbF-Synthesesteigerung und eine Veränderung der Oberflächeneigenschaften der Erythrozyten die Häufigkeit und Schwere von Schmerzkrisen und Akuten Thorax-Syndromen reduzieren. Hydroxycarbamid ist indiziert bei häufigen schweren Schmerzkrisen, > 2 Akuten Thorax-Syndromen bzw. bei ständiger schwerer Anämie (Hb < 6 g/dl). Es gibt inzwischen Langzeit-Beobachtungen über 17 Jahre. Teratogenität bei therapeutischen Dosen wurde bis jetzt nicht nachgewiesen. Bis jetzt wurde auch keine erhöhte Malignomrate bei behandelten Patienten beobachtet (Zeitraum 17 Jahre). Die wichtigsten Nebenwirkungen sind: Immunsuppression (opportunistische Infektionen), Azoospermie , Hypomagnesämie, Haut-und Nagel-Hyperpigmentierung, Gewichtszunahme, Myelosuppression, GI-Beschwerden.

    Voraussetzung für eine  Therapie mit Hydroxycarbamid ist Kontinuität der ärztlichen Betreuung, regelmäßige Laborkontrollen (Blutbild, Elektrolyte) zu erwartende Kompliance des Patienten bezüglich der häufigen Laborkontrollen und wirksame Antikonzeption bei Frauen, Dokumentation von Nebenwirkungen. Jungen Männern sollte vor Beginn einer Hydroxycarbamid-Therapie eine Sperma-Kryokonservierung empfohlen werden.
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    »Probleme erwachsener Sichelzellpatienten
                    siehe auch Leitlinien http://www.dgho.de/onkopedia/sichelzellkrankheit

    Mit zunehmendem Alter leiden Sichelzellpatienten immer mehr unter chronischen Organschäden.

    Kardial:
    Pulmonal: Renal: Hämatologisch: ZNS: Hepatisch: Knochen: Augen: iatrogen:


    »Chronische Schmerzen

    Erwachsene Sichelzellpatienten haben weniger häufig akute Schmerzkrisen. Dafür können bei einigen älteren Patienten chronische Schmerzen auftreten, die Patienten und Ärzte verunsichern:

    Sowohl Ärzte als auch Sichelzellpatienten müssen akzeptieren, dass es im Rahmen der Grunderkrankung zu chronischen Schmerzen kommen kann. Den Patienten muß versichert werden, dass sie jetzt nicht noch eine andere Erkrankung haben.

    Ursachen chronischer Schmerzen können sein:

    Lediglich Schmerzen durch Avaskuläre Nekrosen können ursächlich angegangen werden (s. S. 10).

    In allen anderen Fällen muß durch Einsatz von Analgetika und physikalischen Methoden versucht werden, die Lebensqualität des Patienten zu erhalten. Bei Rückenschmerzen durch Deckplatteneinbrüchen sollte auf keinen Fall ein Korsett getragen werden, das zur Atrophie der Rückenmuskulatur führt. Wesentlich sinnvoller ist, zusätzlich zu Analgetika, intensive Krankengymnastik zur Kräftigung der Rückenmuskulatur.

    Bewährt haben sich als Basisanalgetika die Nicht-Steroidalen-Anti-Rheumatika. bei längerem Gebrauch muß allerdings alle 3 Monate die Nierenfunktion überprüft werden. Wenn die NSAR  nicht ausreichen, müssen sie kombiniert werden mit Retard-Opiaten wie Oxycodon (Oxygesic) oder Morphin (MST). Patienten müssen lernen, die kleinstmögliche Menge zu nehmen, die ihre Schmerzen kontrolliert.

    In manchen Fällen ist eine Änderung der Lebensgewohnheiten bzw. eine Veränderung des Arbeitsplatzes (Umschulung) notwendig.  Physiotherapie, Wärme oder Akupunktur können hilfreich sein.
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    »LITERATUR

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